Jörg Otto Meier

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Bursche
17 Jahre

 

Sternzeichen:
Wassermann

Geburtsland: Deutschland

Religion:
evangelisch-
atheistisch

Wohnsituation:
wohnt bei den 

 

Eltern im eigenen Zimmer

Geschwister:
ein Bruder, 10 J.

Schule:
Gymnasium, 1. Sem.

Traumberuf:
Journalist

Vorbilder:
"Ich nehme von vielen Vorbildern jeweils das Beste an."

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»Das Traurige an der Schule ist,
daß man zu wenig aufs Leben vorbereitet wird.
Es gibt zu viele Sachen, die meiner Meinung
nach schwachsinnig sind, die man rauslassen
und durch was anderes ersetzen sollte.«

Textauszug:

Tja, Schule. Schule ist so ’ne Sache. Also, was ich leider merke: ich verstell mich manchmal in der Schule. Ich hab’s nämlich schon erlebt, daß ich ’ne schlechte Note gekriegt hab, obwohl ich fachlich gut war, nur weil ich den Lehrer mal kritisiert habe. Die Schule soll mir doch eigentlich nur bestätigen: Der konnte Mathe gut, der konnte Deutsch gut, oder der konnte Englisch weniger gut, wenn ich mich bei meinem späteren Ausbilder vorstelle. Wenn ein Lehrer meint, ich bin ein Arsch, menschlich, soll er mir das meinetwegen in den Zeugniskopf reinschreiben. Aber auf die Noten sollte sich das nicht auswirken.

Wenn ich immer schleime, dem Lehrer die Tasche trage — das muß nur der richtige sein —, dann hab ich gleich ’ne Eins oder ’ne Zwei. Aber die Leute, die ihre Meinung sagen, werden immer gleich abserviert. Denen wird fachliche Inkompetenz vorgeworfen. Und das macht einen sauer! Da würd ich am liebsten mal auf den Tisch hauen! Aber das ist so der Punkt, wo ich’s doch nicht mache. Denn wenn man in der Schule gegen so was aufmüpft, sitzt man da gleich noch ’n Jahr länger als vorgesehen. ’nem Freund von mir wurde das fast zum Verhängnis.

Das Traurige an der Schule ist auch, daß man wenig aufs Leben vorbereitet wird. Man lernt die tollsten Formeln in Mathe, die einen vielleicht im Denken weiterbringen, im logischen Denken, oder wie man das nennt. Aber es fehlen einfach zu viele Fächer, wo man was übers Leben lernt, wie zum Beispiel Sozialkunde oder Gemeinschaftskunde, wo man lernt, wie die Gesellschaft aufgebaut ist, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hat.

Es gibt zu viele Sachen in der Schule, die meiner Meinung nach schwachsinnig sind, die man rauslassen und durch was anderes ersetzen sollte, wie zum Beispiel ’ne Diskussionsstunde, wo alle mal ihre Gedanken einbringen können. Und da, denk ich, ist die Schule noch sehr altmodisch. Auch in Geschichte: Wir haben immer nur die alten Sachen durchgenommen und die nie auf was Neues bezogen, nie mal den Leuten die Augen geöffnet: Ja, früher war’s so und so, und heute geht das noch genauso! Wenn man das Beispiel mit Hitler nimmt, dann erzählen sie uns alle, daß es damals sehr grausam war. Heute sei so was undenkbar. Aber ich würde sagen, das ist auch heute noch denkbar, nur vielleicht in ’ner ganz anderen Richtung. Extrem könnt es immer wieder werden. Denn wenn die Gesellschaft merkt, sie wird verarscht oder es geht nicht weiter, könnte wieder so einer wie Hitler an die Macht kommen. ...

 

 

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© Jörg Otto Meier, Eigentlich sind wir gut drauf