Jörg Otto Meier

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Bobo
20 Jahre

 

Sternzeichen:
Fische

Geburtsland: Deutschland

Religion: keine

Wohnsituation:
wohnt bei den Eltern im eigenen Zimmer

 

 

 

Geschwister:
ein Bruder, 29 J.

Schule:
Gymnasium, 2. Sem.

Traumberuf:
Modedesigner

Vorbilder:
keine

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»Nach meinem Outing fühlte ich mich
total euphorisch. Endlich mußte ich mich nicht
mehr schämen, anderen Männern
hinterherzuschauen. Endlich konnt ich überall die
Wahrheit sagen:
Du, hör zu! Ich hab mich in
einen Typ verliebt!«

Textauszug:

Schwul ist ja immer noch ’n Schimpfwort in unserer Gesellschaft. Und ich glaube, nur deswegen verhalten sich so viele Männer ablehnend gegenüber uns. Die haben halt Angst davor, daß man sie mit dem Schwulsein in Verbindung bringt. Und wenn das erst die große Runde nimmt ... Aber in meiner alten Schule hatten selbst die Männer kein Problem mit mir; jedenfalls haben sie’s mir nie gezeigt. Vielleicht hatten sie auch einfach nur zu viel Respekt, weil ich zu mir steh und das tu, was ich wirklich machen möchte, und das trauen sich ja die meisten nicht.

Aber ich war noch nicht mal eine Woche auf meiner neuen Schule, da war ich schon das Thema Nummer eins. Diese Homophobie, die die Jungs da haben, find ich schon wirklich kraß. Die sagen mir das zwar nicht ins Gesicht, aber ich merk natürlich, wie sie hinter meinem Rücken reden. Und wenn ich mal in ihrer Nähe bin, sprechen sie extra über Schwulensex und das ganz laut und völlig negativ.

Mit den Frauen an der neuen Schule komm ich dagegen super aus. Die mögen mich wohl so in meiner Art. Aber die Typen sind echt superdistanziert. Wahrscheinlich sind sie damit aufgewachsen, daß alles Anormale nicht in Ordnung ist. Ich muß sagen, im ersten Moment, da hat’s mich schon geschockt. Aber inzwischen kann ich drüber lachen. So’n Verhalten zeigt doch nur, wie unreif die noch alle sind.

Wenn ich durch die Straße geh, dann hör ich manchmal: Kuck dir diese Tunte an! Oder: Schwule Sau! Meistens sind das Jüngere in Gruppen. Alleine trauen die sich ja so was nicht. Wenn ich schlecht drauf bin, dreh ich mich dann schon mal um und sag: Ey, was soll das?! und versuch denen zu erklären, daß Schwulsein was Normales ist. Aber die reagieren meistens ängstlich und gehen ganz schnell weiter, ohne was zu sagen. Meistens denk ich aber: Ach, laß sie reden, weil, ich hab die Hoffnung, daß die Gesellschaft irgendwie doch weiterkommt und eines Tages auch das Schwulsein akzeptiert. ...

 

 

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© Jörg Otto Meier, Eigentlich sind wir gut drauf