| Jörg
Otto Meier
Von
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Vorstandsvorsitzender der Blohm + Voss AG (1988-91), 46 Jahre Oktober 1989 |
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Textauszug: Je höher man kommt, um so größer wird die Dimension der Beanspruchung, weil die Entscheidungen, die man treffen muß, in Größenordnungen hineingehen, die erheblich und letzten Endes auch existenziell sind. Wenn zum Beispiel irgendwo durch Unachtsamkeit oder auch durch Überforderung ein wirklich ernsthafter technischer Bolzen gebaut wird, der einen hinterher zweistellige Millionenbeträge kostet, dann sitzt man nachts im Bett. Die schlimmsten Situationen, die in den letzten Jahren meine Kollegen und mich belastet haben, sind aber im Grunde genommen solche wie die Schließung der Rosswerft, wo man einen Teil gekauft hat, den man ursprünglich weiterführen wollte, und dann doch zu dem Ergebnis kommt, daß es nicht möglich ist. Das ist eine sehr große persönliche Belastung. Aber es gibt auch keine echte Alternative dazu. Sonst hat man möglicherweise nicht nur 1000 Arbeitsplätze riskiert, sondern 5- oder 6000. Das sind sehr bittere Geschichten. Und diese Dinge kann man auch nicht mehr delegieren. Normalerweise versuche ich, jede größere Entscheidung nicht nur mit dem Vorstand, sondern auch mit den darunterliegenden Ebenen, also mit den Direktoren und Bereichsleitern, einvernehmlich zu treffen. Denn die müssen ja die Entscheidung, die wir treffen, umsetzen. Wir können ja die markigsten Weisungen ausstoßen und die tollsten Ideen haben, aber wenn die das nicht richtig einfädeln, dann ist das eine Veranstaltung im luftleeren Raum. Wenn es um Entscheidungen geht, die derartig belastend sind, dann wäre es unfair, das delegieren zu wollen. Da muß man wirklich sagen: Okay, das bind ich mir ans Bein. Das ist die Kehrseite der Medaille für einen ansonsten eben materiell gut ausgestatteten Job, der auch sonst viele interessante Aspekte hat. Das muß man dann hinnehmen. Und das sind Dinge, die einen letztendlich persönlich sehr belasten. Ich kenne keinen Unternehmer und es gibt ja auch viele andere Branchen, die sehr stark haben abbauen müssen , den das nicht mitnimmt, der nicht darunter leidet. Ich kann nur hoffen, nachdem wir ja die letzten Jahre einige Probleme dieser Art hatten, daß mir das in Zukunft erspart bleibt. ...
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© Jörg Otto Meier, Von Menschen und großen Pötten |
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