Jörg Otto Meier

Von
Menschen
und großen
Pötten

 

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Jörg Butgen
Taucher, 33 Jahre
Mai 1995

»Tauchsachen, die zieh ich an,
wie andere, sag ich mal, morgens ihre
Unterhose.«

 

Textauszug: Wichtig ist immer, daß man ruhig bleibt bei den Arbeiten unter Wasser. Tauchsachen, die zieh ich an, wie andere, sag ich mal, morgens ihre Unterhose. Und das ist ’n Riesenvorteil. Wer als Taucher anfängt und vorher nix damit zu tun hatte, der muß ja zuerst mal mit dem Wasser fertigwerden. Das ist ja ’n fremdes Element. Das darf man nicht unterschätzen. Man kann sich unter Wasser manchmal ganz schön erschrecken. Man muß auch nach innen horchen können: Wie fühl ich mich? — Verkraftest du das?, gerade bei Anstrengungen.

Man kann sich unter Wasser sehr schnell verausgaben, und oben bricht man zusammen, weil man das nicht so gemerkt hat. Na ja, diese Erfahrungen, die hab ich alle schon irgendwann mal als kleiner Junge gemacht; damit kann ich eben gut umgehen. — Auch wenn mal die Luft wegbleibt, oder man hat mal ’n Wassereinbruch, das sind Erlebnisse, auf die muß man eigentlich immer gefaßt sein. Wenn so was das erste Mal hier im dunklen Hafenwasser passiert, dann ist das Risiko schon wesentlich größer. Aber ich kann damit umgehn. Das interessiert mich gar nicht. Dann bleib ich völlig ruhig und schalte meine Ventile um. Und wenn dann immer noch nix kommt, denn seh ich eben zu, daß ich an Schlauch und Leine langsam nach oben komm. Ich achte deswegen schon immer sehr drauf, daß die möglichst frei sind.

’n großer Sicherheitsfaktor ist bei mir auch, daß ich sehr viel Sport mach und immer noch im Meer schnorcheln geh. Und wenn ich in 20 Metern Tiefe keine Luft mehr hab, dann sag ich mir einfach: Das bringst du auch ohne Gerät noch nach oben. Was soll’s! Und wenn man festhängt, dann muß man eben ziemlich ruhig erforschen, wie und wo man hängt. Dann muß ich mich fragen: Habe ich Luft? Ist alles in Ordnung? Solange ich Luft hab — es kommt vielleicht nur Wasser in den Anzug —, und ich lauf bis obenhin voll, dann sag ich: Okay, du hast ja Luft und siehst jetzt zu, daß du dich irgendwie entfesselst. Ist die Sache aber so, daß ich nur noch die Flaschenluft hab und in der Zeit vielleicht nicht loskomm, dann muß ich Schlauch und Leine eben abschneiden und so nach oben gehn. — Also es gibt da schon Möglichkeiten. Aber so was Schlimmes ist mir zum Glück noch nie passiert. ...

 

 

 

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